Bye bye WhatsApp! Was nun?

Sichere WhatsApp-Alternativen
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Momentan empören sich viele ab WhatsApp. Die Firma, die seit 2014 zu Facebook gehört, hat die AGBs angepasst und dabei legitimiert, was sie vermutlich schon längst macht (ja das is eine Unterstellung).

Klar, offiziell ist WhatsApp wie auch Instagram vom Mutterhaus getrennt. Alle, die sich ein wenig mit Facebook und deren Geschäfspraxis auskennen wissen aber auch, dass Facebook keinen ethischen Kompass besitzt und sich nicht um Datenschutz schert. Der einzige Grund, warum sie immer noch machen können was sie wollen ist, weil die Politik bis heute nicht Begriffen hat, was der blaue Riese überhaupt macht.

Warum es grundsätzlich keinen Sinn macht, einfach nur WhatsApp vom Smartphone zu löschen, habe ich vor kurzem auf LinkedIn kurz dargelegt.

Für alle, die gerne wechseln wollen hier nochmals kurz das Wichtigste zu den Top-Konkurrenten.

Telegram – Der sichere Russe

Telegram ist ein Messenger mit knapp 500 Millionen Nutzenden weltweit. Gegründet wurde er von Pavel Durov und seinem Bruder Nikolai. Pavel Durov ist der Haupteigner von Telegram. Er gilt als der russische Zuckerberg, da er der Gründer von vk (vkontakte) ist. Die Social Media-Plattform ist die populärste in Russland.

Durov hat Russland verlassen und ist nach Dubai «geflüchtet», nachdem er sich weigerte, dem Geheimdienst verschlüsselte Daten von vk zur verfügung zu stellen.

Der Messenger ist OpenSource und verfügt über eine End-zu-End-Verschlüsselung. Leider verfügt er nicht vom Start her über eine Zero-Knowledge-Verschlüsselung. Dazu muss man den Private Mode aktieren. Telegramm ist auch auf dem Desktop erhältlich.

Threema – Der sichere Schweizer

Threema wird von der schweizer Firma Threema GmbH in Pfäffikon SZ programmiert und vertrieben. Die Server stehen alle in der Schweiz und unterliegen damit auch dem schweizer Datenschutz. Threema verfügt wie auch Telegram über eine End-zu-End-Verschlüsselung und einer Zero-Knowledge-Verschlüsselung und zwar von Anfang an. Zusätzlich setzt Threema auf Privacy by Design. Es muss also zum Beispiel keine Telefonnummer angegeben werden, wie das bei Telegram und auch Signal der Fall ist.

Der Messenger ist OpenSource und bietet eine Webversion sowie eine Work-Version an. Momentan wird er von ca. 8 Millionen Menschen verwendet. Threema bietet keine Desktop-App an hat allerdings eine Browserversion analog WhatsApp Web.

Signal – Snowdens Choice

Signal ist im Besitz der Signal Foundation und der Signal Messenger LLC und ist eine NGO. Programmiert wurde Signal vom Verschlüsselungsexperten Moxie Marlinspike, der momentan als CEO des Messengers fungiert. Der Messenger verfügt über End-zu-End- und Zero-Knowledge-Verschlüsselung und bietet eine Desktop-App an.

Die App wird von prominenten Menschen wie Edward Snowden, Elon Musk und WhatsApp-Mitbegründer Brian Acton empfohlen. Letzerer gründete mit Marlinspike die Signal Foundaition und investierte etwa 50 Millionen Dollar in dessen Gründung.

Der Messenger sammelt ein Minimum an persönlichen Daten allen voran die Telefonnummer. Wie Threema und Telegram ist auch Signal OpenSource. Im Dezember 2020 verzeichnete der Dienst ca. 20 Millionen aktive Nutzer.

Wer ist nun am sichersten?

Grundsätzlich bieten alle drei Kandidaten einen ähnlichen Grad an Sicherheit. Alle sind End-to-End-Verschlüsselt und bieten eine Zero-Knowledge-Politik. Signal und Threema von Haus aus, bei Telegram muss man bewusst in den «Private Mode» wechseln.

Die Telefonnummer muss man bei Signal und Telegram angeben, was die Anonymität leicht schmälert. Threemas Privacy by Design-Ansatz lässt den Messenger ohne jede Personalisierung auskommen.

Wer die Messenger gerne und oft Cross-Platform verwendet, fährt mit Signal und Telegram etwas komfortabler, da diese native Apps für Desktop, iOS, iPadOS und Android anbieten und durch die Telefonnummer einen Account auf verschiedenen Geräten zulassen. Unter der selben ID zwei Geräte anzumelden ist bei Threema nich möglich. Es gibt allerdings einen etwas unbequemen Workaround. Einfacher ist es da auch auf einem Tablet die Webversion von Threema zu verwenden.

Welchen Messenger man also verwendet hängt zum einen von den . persönlichen Präferenzen ab und zum anderen davon, wer die meisten Nutzer hat. Diesbezüglich haben Signal und Telegram einen klaren Vorteil gegenüber Threema denn die beiden Dienste sind free to use während Threema etwas kostet.

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