Startpage.com: Wie Google ohne Tracking

4 min read

Startpage.com. Google ist diskussionslos die beste Suchmaschine. Sie zeichnet aber auch kompromisslos unser Surfverhalten auf. Manche Nutzer halten also Ausschau nach Alternativen zur Google-Suche.

Das Geschäftsmodell von Google, Top-Webservice gegen Daten bzw. Werbung, ist nichts Neues. Neu ist, dass immer mehr Menschen sich Gedanken bezüglich ihren Daten und dem, was sie im Internet zurücklassen, machen und sich fragen, ob es wirklich nötig ist, sich vor Google, Facebook und Co. komplett auszuziehen.

Vorsicht vor der Info-Bubble

Google arbeitet relativ einfach: Geben wir eine Suchanfrage ein, wird sie gespeichert und mit der Persona verknüpft, die Google von einem angelegt hat. Dadurch macht sich der Suchgigant ein Bild davon, was man mag und spielt entsprechend Werbung aus. Das Problem dabei ist, dass sie auch die Suchergebnisse entsprechend anpassen. Je nachdem was ich also google, werden mir vermeintlich relevante Suchergebnisse angezeigt.
Die Gefahr besteht darin, dass so nur noch angezeigt wird, was google, für relevant hält. Es kann also geschehen, dass ich gewisse Inhalte nie aufgelistet bekomme. Aus diesem Grund haben sich alternative Suchmaschinen wie DuckDuckGo gebildet.
Nach eigenen Angaben verfolgt einen DuckDuckGo nicht im Netz und zeigt die Suchergebnisse chronologisch an, ohne zu filtern. Wie meine Erfahrung mit der Suchmaschine ist und warum ich doch wieder bei Google gelandet bin, lest ihr hier.

Das Problem bei DuckDuckGo ist, dass sie gar nicht filtern. Heisst, ich bekomme allenfalls zig irrelevante Suchergebnisse und verpasse die, die für mich relevant sind. Hier ist der Algorithmus von Google doch wieder von Vorteil. Auch hier gewinnen wir mit Startpage.com. Dadurch dass keine Profile angelegt werden, bekommen wir eine ungefilterte Google-Suche.

Startpage.com: Alternative zur Google-Suche

Optimal wäre also eine Suchmaschine, die Google nutzt, aber keine Daten abgreift. «Wunschdenken» dachte ich mir, doch dann fand ich startpage.com. Das 1998 als lxquick.com gegründete Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden hat ein einmaliges Geschäftskonzept entwickelt. Sie nutzen die Google-API, verhindern aber das Tracking. Wie das geht erklären sie auf ihrer Webseite. Startpage bezahlt Google für den Zugang zu ihrer API und dafür, dass alle Tracker und Logs entfernt werden. Das Resultat: eine wirklich private Google-Suche.
Die Suchresultat-Seite sieht beinahe gleich aus wie bei Google. Es fehlen allerdings die exklusiven Angebote von Google wie News, YouTube oder Shopping (dazu benötigt Google unsere Daten).

Alternativen zur Google-Suche

Anonym wenn man mag

Startpage.com sammelt nicht nur keine Daten, sie fungieren auf Wunsch auch als eine Art VPN. Klickt man den Link ganz normal, wird man auf die entsprechende Seite geleitet inklusive aller Tracker und Facebook Pixel, die die Betreiberin der Seite installiert hat.

startpage.com

Die niederländische Suchmaschine Startpage.com bietet allerdings die Möglichkeit, die Seite anonym zu besuchen. Klickt man auf «Anonymous View» wird die Seite über den Startpage-Server aufgerufen. Dabei maskiert sie uns komplett. Es werden keine Cookies installiert und die Seitenbetreiberin merkt nicht einmal, dass wir die Seite besucht haben. Alles, was sie sehen, ist Startpage.com.

startpage.com

Aber «Dosen’t Money talk» liebe Startpage.com?

Wenn eine Suchmaschine verspricht, dass sie keine Daten erfasst, macht mich das skeptisch. Wie verdient die Firma dahinter ihr Geld? Ich habe folgende zwei Fragen an Startpage geschickt:

  1. Wie finanziert sich Startpage.com?
  2. Wenn ich Startpage.com in Chrome nutze, bin ich vor Google ebenfalls «geschützt».

Noch habe ich keine Antwort bekommen. Ich werde den Artike updaten, sollte sich das ändern.

Eine Einnahmequelle ist sicher das zweite kostenpflichtige Angebot StartMail, die private E-Mail-Lösung des Unternehmens und allenfalls Werbung, die sie in die Suchresultate streue. Das ist mir bis jetzt allerdings noch nicht begegnet. Alle Suchanfragen sind bei mir werbefrei.

Solange Google es zulässt, ist Startpage.com also eine sehr gute Alternative für Menschen, die an ihren Daten hängen.

Startpage.com ist für mich zur Standard-Suchmaschine geworden. Im Desktop-Browser kann man sie auch schon als solches definieren und Chrome bietet eine entsprechende Extension an.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

you're currently offline