TikTok ist ein Symptom eines grösseren Problems

TikTok
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TikTok ist der momentane Stern am Social Media-Himmel. Wer Teenager erreichen will, macht dort Werbung. Milliarden von Menschen stellen ihre Kurzvideos auf die Plattform und senden damit ihre Daten nach China

Das Wichtigste im Überblick

  • TikTok ist ein Sharingdienst für Kurzvideos aus China
  • Hauptzielgruppe sind Teenager
  • Sie diskriminieren Randgruppen

Was ist TikTok?

TikTok ist ein soziales Netzwerk, dass sich auf Video-Sharing fokussiert. Es gehört der 2012 gegründeten Firma ByteDance mit Sitz in Beijing. Die Firma hat das Video-Sharing-Netzwerk Douyin für Den chinesischen Markt entwickelt und expandierte 2017 durch den Kauf vom ähnlich gelagerten US-Dienst musical.ly auf amerikanische Server und dadurch auf den Rest der Welt.

Ist TikTok sicher?

TikTok spricht vor allem Teenager an und hat eine Alterslimite analog Facebook. Das heisst, ab 13 Jahren ist man dabei. Zunehmend findet man aber auch Erwachsene auf der Plattform. Vor allem für Eltern stellt sich da die Frage: Ist TikTok sicher? Hier ein paar Punkte, die man beachten sollte:

  • TikTok ist chinesisch und es werden alle Daten entsprechend an China übermittelt (TikTok dementiert es zwar aber wer den chinesischen Staat kennt weiss, dass sie alles absaugen)
  • TikTok international läuft über amerikanische Server
  • Durch TikTok erlaubt ihr euren Kindern, sich Milliarden von Nutzern zu präsentieren und nicht alle wollen nur lustige Videos anschauen

Der TikTok-Filter

Der Video-Dienst ist aber nicht nur in der Kritik für seine undurchsichtige Handhabung seiner Nutzerdaten sondern auch dafür, dass er bewusst Inhalte zurückhält. So sieht man keine kritischen Videos zum Umgang Chinas mit Randgruppen und erst kürzlich wurde bekannt, dass TikTok Videos von behinderten Menschen «nur sehr sparsam» veröffentlicht, beziehungsweise Schattenveröffentlichungen macht. Dabei sehen die, die den Inhalt gepostet haben das Video, aber niemand sonst.
Die Absicht von TikTok ist klar: Nur «schönen» und belanglosen Inhalt zeigen, der niemand aufregt oder zum Nachdenken anregt. Solche Inhalte sind schlecht für das Wohlbefinden und schlagen sich negativ auf die Zeit, die ein Nutzer auf der Plattform verbringt, nieder. Und nur darum geht es TikTok: Aufmerksamkeit. Die Währung der digitalen Wirtschaft.

TikTok ist nicht das Problem

Vor allem, nachdem bekannt wurde, dass TikTok behinderte diskriminiert, wurden Stimmen laut, die zum Boykott des Dienstes aufriefen. Das kann man selbstverständlich machen. Ich frage mich sowieso, ob jugendliche überhaupt auf Dienste wie TikTok aber auch auf soziale Netzwerke gehören. TikTok ist allerdings nicht das Problem, sondern lediglich ein Symptom. Das Problem sind allmächtige Plattformen, die kaum reguliert sind und vor allem von niemandem wirklich verstanden werden. Am wenigsten von denen, die solche Dinge per Gesetz regeln könnten. TikTok ist der Ort, wo in Zukunft die Aufmerksamkeit sein wird und es ist die Plattform an die Facebook und Co. Zukünftig Nutzer verlieren werden. Zumindest bis zum nächsten Hype.

Fazit

Ob Facebook, Instagram oder TikTok ist egal. Das sind austauschbare Plattformen, die vor allem bei Jugendlichen den Reiz spätestens dann verlieren, wenn sie von deren Eltern entdeckt werden. Das Problem sind quasi deregulierte Plattformen, die soviel Geld haben, dass ihnen kaum ein Staat zu nahe kommen kann und auf der anderen Seite Politiker*innen, die keine Ahnung von der Materie haben.

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