Weekly Tech-Rundown KW48

Weekly Tech-Rundown
4 min read

Apple Pay wird aufgebrochen, Facebook bezahlt für deine Daten und gehen dem Internet die IP-Adressen aus? Willkommen beim 3. Tech-Rundown.

Bundesrat verabschiedet die «Lex Apple Pay»

Nachdem der Bundestag in Deutschland die neue EU-Richtlinie zur Geldwäsche letzte Woche beschlossen hatte, winkt nun auch der Bundesrat (das deutsche Gegenstück zu unserem Ständerat) das Ganze durch.
Theoretisch müsste nun Apple sein Bezahlsystem inkl. NFC-Schnittstelle seinen Konkurrenten zur Verfügung stellen. Ob sie Apple Pay aber effektiv öffnen müssen, ist bis anhin noch unklar.

Folgender Eintrag steht nun im Gesetz:
«Anbieter von technischen Infrastrukturleistungen für Bezahlungen können dazu verpflichtet werden, gegen angemessenes Entgelt auch konkurrierenden Unternehmen Zugang zur Technik zu gewähren.»

Apple kann allerdings beschliessen, dass sie die Abwicklung für die Partner machen und entsprechend die Preise höher ansetzen. Ähnlich wie es die PostFinance heute bei unseren Banken macht.

Für Apple wäre aber nicht nur die Öffnung des NFC-Chips ein Sicherheitsrisiko, sondern sie müssten Ihre Telefone neu zusammenbauen. Die ganze Apple Pay-Geschichte spielt sich in einem isolierten Bereich des iPhones ab (der Secure Enclave). Auf diesen Bereich hat nichts und niemand Zugriff von Aussen. Das Ganze für Drittanbieter zu öffnen, bedingt also einen Umbau dieser Komponente. Das öffnet Tür und Tor für angriffe auf den Service.

Ein weitererer Grund, warum das Gesetz in dieser Form womöglich nicht angewandt werden kann, liefert das EU-Recht selber. Zwar ist das deutsche Recht nur Teil einer Umsetzung der EU-Richtlinie, doch ist davon der gesamte Binnenmarkt betroffen. Das Gesetz hätte durch einen Notifizierungsprozess gehen müssen, was nicht geschehen ist.
Das und die kurzfristigen Änderungen, vor denen keine Fachleute gehört wurden, hatte Apple zu einem am 14. November ausgegebenen Statement veranlasst:
«Wir haben Apple Pay als das weltweit sicherste Zahlungssystem entwickelt. Wir glauben fest an Wettbewerb und wir wissen, dass unsere Kunden viele Optionen zur Kreditkartenzahlung und andere Zahlungsmethoden haben. Deshalb haben wir mit Tausenden Banken auf der Welt intensiv zusammengearbeitet, um Apple Pay zu dem reibungslosen und bequemen Zahlungs- und Wallet-System zu machen, das unsere Kunden von uns erwarten. Wir sind überrascht, wie plötzlich dieses Gesetzgebungsverfahren eingeleitet wurde. Wir befürchten, dass der Gesetzentwurf die Nutzerfreundlichkeit bei Zahlungen verschlechtern und den Datenschutz und die Sicherheit von Finanzdaten gefährden könnte. Gerne arbeiten wir mit der Bundesregierung daran, die technischen Hintergründe von Apple Pay verständlich zu machen und wir werden auch weiterhin eng mit den Aufsichtsbehörden in der EU zusammenarbeiten.»

Ob das Ganze also in Deutschland rechtskräftig wird und ob der Beschluss Auswirkungen auf die Schweiz hat, bleibt abzuwarten.

Facebook bezahlt dich, um Umfragen auszuführen

Nachdem Facebook permanent unter Druck steht bezüglich seiner Datensammelwut und dem respektlosen Umgang mit Benutzerdaten, gehen sie jetzt in die Offensive. Apple startet in Amerika die neue Marktforschungs-App «Facebook Viewpoints». Damit beginnen Sie, die Nutzer für Umfragen zu bezahlen. Die Daten werden verwendet, um Facebook-Produkte zu verbessern.

Mit jeder Umfrage sammelt man Punkte, die dann in harte Dollars umgewandelt und direkt auf ein PayPal-Konto ausbezahlt werden können.

Facebook sagt, dass sie angeben, wo und zu welchem Zweck die Daten verwendet werden und dass sie sie nicht weiterverkaufen. Die ersten Umfragen drehen sich um digitales Wohlbefinden und darum, wie Social Media das Wohlbefinden von Nutzern beeinflusst.

Das war’s mit IPv4-Adressen in Europa

«Uns sind die IPv4-Adressen ausgegangen», teilt die europäische IP-Adressverwaltung Réseaux IP Européens (RIPE) mit. Damit bestätigen Sie, was man schon lange weiss. IP4-Adressen sind endlich und nun sind sie weg. Die RIPE verlangt deshalb mehr Engagement bei der Einführung vom neuen IP6-Standard. Bei den andren Anbietern rund um den Globus sieht es nicht besser aus.
Durch das Wiederverwenden von älteren und weitergegebenen IP-Adressen konnte das Ganze hinausgezögert werden. Wer heute in Europa noch eine IPv4-Adresse braucht, muss darauf hoffen, jemanden zu finden, der bereits zugeteilte Adressen abtritt. Das kostet. Hoffen wir also auf IPv6.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

you're currently offline