Wie nachhaltig sind Smartphones?

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Sie sind unsere täglichen Begleiter und aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Vorbei sind die Zeiten, als es darauf ankam, ob man ein Android– oder iOS-Telefon in der Hosentasche hatte. Die Flaggschiff-Geräte der populären Hersteller stehen sich kaum in etwas nach. Eine Frage beantwortet allerdings kaum einer von ihnen: Wie nachhaltig sind ihre Geräte?

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein ihren Weg zurück in unsre Gesellschaft finden, stellt sich immer häufiger die Frage nach der Umweltverträglichkeit unserer Geräte. Besonders in Smartphones und Computern werden extrem viele Edelmetalle und Mineralien verbaut, die oft in Drittweltländern abgebaut werden.

Kinder leben und arbeiten inmitten der Müllhalde.

Aus was bestehen unsere Smartphones?

Insgesamt sind es rund 60 verschiedene Rohstoffe, die für ein einzelnes Smartphone benötigt werden. Der grösste Teil des Geräts, ca. 56%, besteht aus Kunststoff. Gut ein Viertel des Handys besteht aus Metallen, wie zum Beispiel Kupfer, Eisen, Zinn und Metalle der seltenen Erden. Insgesamt werden etwa 30 verschiedene Metalle benötigt, um ein Smartphone zu produzieren. 16% der verbauten Stoffe sind Glas und Keramik, die übrigen drei Prozent entfallen auf sonstige Rohstoffe.
Besonders interessant sind ein Prozent der verbauten Metalle. Dabei handelt es sich um Gold, Silber, Platin, Palladium, seltene Metalle wie Kobalt, Gallium, Iridium und Wolfram und Metalle der seltenen Erden, wie zum Beispiel Neodym. Diese werden oft in Minen im Kongo abgebaut. Besonders die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die Kinderarbeit wird hier zu Recht kritisiert.
Viele der Rohstoffe aus unserer Erde sind endlich und wir müssen ihnen acht geben. Dazu kommt, dass nicht recycelte Smartphones in Afrika auf einer Deponie landen und dort das Grundwasser verschmutzen.

Wichtig ist, dass man seine Smartphones so lange wie möglich am laufen hält und sie danach recycelt und nicht einfach wegwirft. Dank der vorgezogenen Recyclinggebühr kann man die Geräte bei jedem Elektronikhändler abgeben oder anbringt sie seinem Telefonanbieter zurück.

Gibt es «saubere» Smartphones?

DAS saubere Smartphone gibt es grundsätzlich nicht. Alle Smartphones benötigen die selben Rohstoffe aus denselben Quellen. Es gibt aber Start-ups, die versuchen, so «anständig» und nachhaltig wie möglich zu sein. Eines der bekanntesten Beispiel ist das Fairphone aus den Niederlande. Die Firma setzt so gut sie kann auf Partner, die so nachhaltig wie möglich und so sozialverträglich wie möglich produzieren. Als erste Firma verwenden sie Fairtrade Gold in ihrem Produkt. Wobei Max Havelaar auch nicht über jeden Zweifel erhaben ist.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Fairphone setzt sich für Menschenrechte ein und dafür, dass die Rohstoffgewinnung fairer wird. Die Geräte sind modular aufgebaut und lassen sich sehr einfach reparieren, was die Lebenszeit verlängert.
Dadurch, dass sie die Balance zwischen «anständigeren» Rohstoffen und einem bezahlbaren Gerätepreis halten müssen, verzichte sie auf die neuste Technologie. Das aktuelle Fairphone 3 kommt mit einer 12 Megapixelkamera und dem älteren Android 9 Pie daher. Der Prozessor ist ein Snapdragon 632 von Qualcomm, der Chip wurde letztes Jahr veröffentlicht und zählt auch nicht mehr zu den aktuellsten.

Fazit zum Fairphone 3

Das Fairphone bietet technische Daten im Mittelfeld und verzichtet auf die neusten Flagschiff-Features wie zum Beispiel ein All-Display-Design, aktuelle Prozessoren oder Software-Features wie Nachtmodus bei den Fotos, mehrere Kameras oder Deep Fusion à la Apple iPhone 11. Dafür punktet es mit guter Reparierbarkeit und einen m Fokus auf mehr Nachhaltigkeit. Wer kein Power-Phone benötigt und seinen ökologischen Fussabdruck ein wenig verbessern will, ist damit also gut bedient.

Wie siehts beim Mainstream aus?

Bei den Mainstream-Phones gibt es in puncto Umweltfreundlichkeit einen klaren Sieger: das iPhone von Apple. Während wir von Samsung und Co. kaum Informationen haben und davon ausgehen müssen, dass sie sich wenig um Umweltschutz und Nachhaltigkeit kümmern, hat Apple in den letzten Jahren extrem viel getan. Die Firma selber funktioniert zu über 90% auf erneuerbaren Energien und sie investiert Millionen in Wiederaufforstungsprojekte und den Erhalt von Graslandschaften auf der ganzen Welt. Auch versuchen sie laufend den Abbau von Edelmetallen zu verbessern. Bezogen auf das iPhone so sind die neuen Geräte (ab iPhone 11) aus 100% wiederverwertetem Aluminium.
Um die Phones sauber zu recyceln und all die Rohstoffe wiederzuverwenden haben sie eigens einen Roboter entwickelt. Darüber hinaus investieren sie stark in Bildung und wir alle wissen, dass eine solide Bildung der erste Schritt in eine bessere Zukunft ist.

Fazit zum iPhone

Wer ein Flaggschiff-Smartphone benötigt und auf Nachhaltigkeit nicht verzichten will, kommt kaum um das iPhone herum. Es verbindet die neuste Hardware und den zur zeit leistungsstärksten Chip (A13 Bionic) mit dem soliden iOS-Betriebssystem und bietet so die umweltfreundlichste Alternative zum Fairphone.

Wie sieht es bei den anderen Herstellern aus?

2017 hat Greenpeace eine Studie zu grüner Technologie veröffentlicht. Kriterien waren der Energieverbrauch, der Ressourcenverbrauch und den Einsatz von Chemikalien sowie die Transparenz bezogen auf die Wertschöpfungskette. Dabei haben sie den Firmen die Energielabels A bis F zugeteilt. A für Nachhaltig und F für Katastrophe. In der Gesamtwertung schnitten das Fairphone und Apple am besten ab. Apple belegt den zweiten Platz auch nur, weil sie Ressourcen-hungriger sind als das Fairphone. Bezogen auf die Energie steht Apple sogar vor dem Fairphone.

Gesamtfazit

Wer nachhaltigere Smartphones will, ist mit dem Fairphone und dem iPhone sehr gut bedient. Von Anbietern wie Samsung, HTC oder Huawei sollte man mangels Transparenz die Finger lassen.

Eines haben aber alle Smartphones gemeinsam: Sie benötigen wertvolle und endliche Ressourcen. Wichtig für die Konsumenten ist also, dass sie ihre Geräte lange nutzen und recyceln. Man kann auch anstatt ein neues Gerät ein gebrauchtes kaufen. Revendo bietet zum Beispiel gebrauchte Geräte an und kauft sie auch selber auf.

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